Zickler

In der zweiten front thront mit nicht zu unterdrückender angriffslust unser kampfhahn rüdiger. Auf grund dieser eigenschaft hat er schon immer das amt des klassensprechers inne. Genau wie sein verhältnismäßig harmloser stellver­treter verfechtet er seine ideen und thesen unnachgiebig, nur daß seine weisheiten meist auf wechselnde ideale ab­gestimmt sind. Doch auch diese werden, wenn nötig, mit beiden fäusten verteidigt. Verständlich, daß keiner mehr wagt, mit ihm zu diskutieren; denn selbst wenn man sich geistig stark genug fühlt, so braucht man nur diese ge­drungene Gestalt aus geballter kraft zu sehen und weiß sofort, daß man im unrecht ist. Dank seines vor selbstver­trauen strotzenden gemütes und da er bei seinen mitschülern doch kein opfer mehr findet, stürzt sich rüdiger nun auf die lehrer und versucht sie zu belehren oder, wenn dies nicht mehr möglich ist, zu ärgern. Wen von uns wundert es also, wenn er erst einmal Offizier werden will. Ein beson­ders lohnendes angriffsfeld fand unser anglophile immer wieder in de Gaulle. Nur an einer stelle war auch er ver­wundbar, seine achillesverse waren die mädchen. Wer hat blos diese verflixten Bonny-zettel gedruckt?