Schulzeit

Vorbemerkung: Dieser Bereich ist passwortgeschützt. Daher bitte das Passwort in keinem Fall weitergeben. Die Originalzitate kann jeder in seinem persönlichen Exemplar unserer Abiturzeitung „schluszstrich“ nachlesen.

Hier gibt es vielfältige Informationen (Stand 1965!) über diese Klassengemeinschaft seit Beginn der 11. Klasse und vielleicht auch einige Geschichten von davor. *)

Der Haupteil der Informationen stammt aus unserer Abi-Abschlusszeitung Schluszstrich. Vielleicht wird sich der eine oder die andere über die vielen Rechtschreibfehler (Groß- und Kleinschreibung verwechselt) in diesem Abschnitt wundern. Dazu bitte die folgenden Zeilen zur Kenntnis nehmen:

In memoriam Käppelle

Erinnert ihr euch noch an den 8. September 1963? Es war in Würzburg vor dem Käppelle (nachzulesen im fahrtenbericht der klasse 12 a auf seite 14). Damals entspann sich ein fesselndes gespräch über eine deutsche rechtschreibungsreform. Die mehrheit plädierte für kleinschreibung, doch was half’s, wir waren schüler und mußten weiterhin die alte schreibweise benutzen. Nun aber glauben wir, da wir die schule hinter uns haben, auch unserem wünsche nachkommen zu können, bevor wir wieder gezwungen werden, wie immer zu schreiben. – Warum also nicht? – sagten wir uns, und hier liegt nun das ergebnis vor. Noch etwas ungewohnt? Nun, man liest sich schnell ein.

Aufgespießtes

  • Herr Bremer, wenn sie meinen, daß ich mich daneben benommen habe, will ich mich denn auch noch entschuldigen. (A. Deinert)
  • wenn dieser apparat (zur erzeugung von röntgenstrahlen) jetzt laufen würde, könnten sie an meinem ring sehen, daß ich verheiratet bin. Aber das darf ja nicht sein. (Herr Koop)
  • Zur erklärung des ausdruckes – binomische reihe – Also, da war einmal ein gewisser herr Binomi … (H.-P. Ibenthal)
  • Bitte verstehen sie mich jetzt nicht falsch, aber da ist wirklich nichts zu verstehen. (Herr Gaevert)

Zensuren – einmal für die anderen

Im mathematikunterricht wurden wir dazu erzogen, bestimmte aufgaben nach einem ausgearbeiteten schema zu rechnen. Wir waren uns einig, daß aus dem mathematikstoff so manches ge­strichen werden kann, weil es uns später doch nichts nützen wird. Das argument, daß dadurch das denkvermögen geschult werde, verfing nicht, denn die aufgaben in der klassenarbeit konnte man (oder sollte man sogar) bequem durch lernen, also auch ohne Überlegung, bewältigen. Die klasse gab im durch­schnitt für den mathematikunterricht die zensur 1,74.

Da war der physikunterricht doch anders. Er stand auf sehr hohem niveau, wenn sich unser lehrer auch hinterher noch darum bemühte, die grundlagen allen klarzumachen. Er machte es sich zur aufgabe, uns dann und wann auch leckerbissen zu servieren und begeisterte reden über erkenntnisphilosophie zu halten. Urteil: 1,93.

Im deutschunterricht war im gegensatz zu den gewohnheiten anderer lehrer dieses faches nichts dem zufall überlassen. Einige schätzten sehr, daß sie dadurch einiges ganz sicher lernten (genauigkeit in der sprache, klarheit des ausdrucks und der gedankenführung), Die probleme der gelesenen lektüren wurden nicht immer allen klar, weil der lehrer schon vorher eine feste meinung zu haben schien. Auch das niveau der diskussionen ließ etwas zu wünschen übrig, weil der lehrer nicht verhindern konnte, daß die diskussion manch­mal in nebensächlichkeiten steckenblieb. 3,10.

Die form des geschichtsunterrichts war manchmal etwas ver­fehlt; dabei ist es gerade in diesem fach möglich, den ein­zelnen schüler zum selbstständigen arbeiten zu erziehen. Vorträge der schüler sind sowieso meist schlechter und lang­weiliger als die der lehrer. Ganz zum einschlafen wird es, wenn diese nichts neues bringen und sich sklavisch an die Wendungen im buch halten. Anders war es in gemeinschaftskunde, wo durch die lektüre des Spiegels anregungen zu diskus­sionen gegeben wurden. Auch dies wurde jedoch manchem zuviel. Gute ansätze waren beim erdkundeunterricht zu erkennen, doch scheiterten sie meist daran, daß altes neben neuen ge­sagt wurde und deshalb viele nicht aufpaßten. Dumme sprüche waren dann an der tagesordnung. Das wort – punktwissen – rief meist allgemeine heiterkeit hervor. Die zensur für das fach gemeinschaftskunde: 3,54.

Der französischunterricht war verhältnismäßig unbeliebt. Die einen fürchteten immer, dranzukommen und zu versagen, den anderen war das niveau zu gering. Wir sind nie dazu gekom­men, nur französisch in diskussionen und bei nacherzählungen zu sprechen. Es bestand leider die möglichkeit, nichts zu tun, nichts zu lernen, viel zu verlernen und dennoch nicht aufzufallen. Urteil: 3,96.

Wer in Chemie freiwillig (wer tut das schon?) wiederholt hätte, hätte viel lernen können, denn die vorträge der schü­ler und die praktikumsstunden brachten wirklich etwas neues und zwangen jeden einzelnen dazu, sich selbst in ein bestimm­tes gebiet einzuarbeiten. Ansonsten aber hatten wir in die­sem fach ein viel zu gutes leben, da viele stunden ausfielen. Und ohne zwang arbeiten schüler eben nicht, obwohl sie sich dann hinterher ärgern, wenn sie nichts gelernt haben. So war der Wirkungsgrad des chemieunterrichts nicht allzu hoch, wenn auch einige hervorheben, daß wir nun die grund­lagen im schlaf beherrschen. Note: 3,25.

Der kunstunterricht war viel besser als er meist in diesem fach zu sein pflegt. Nur versprach der anfang in der 12. klasse eigentlich noch mehr, insbesondere in kunstgeschichte. Durchschnittszensur; 2,36.

Einige biologen sagten, daß sie sehr viel arbeiten mußten, doch hätten sie freude über das erlernte verspürt. So hätte es in allen fächern sein müssen, und wir würden uns nicht darüber beklagen können,daß einige lehrer zuwenig von uns verlangt haben. Ganz konnte diese meinung aber nicht von al­len biologen geteilt werden, die beurteilung im schnitt: 2,75.

Mit dem religionsunterricht waren die evangelischen wirklich sehr zufrieden. Hier wurde auch auf alle anregungen der schüler eingegangen, und der unterrichtsstoff war vielseitig und interessant. Für dieses fach war der unterricht sogar fast vorbildlich. Die benotung von 1,07 ging nur knapp an der idealnote vorbei.

Beim katholischen religionsunterricht wirkte sich störend aus, daß die schüler der 10. bis 13. klasse zusammen unter­richtet wurden. Unter berücksichtigung dieses handicaps sind die schüler mit dem unterricht zufrieden gewesen. Das urteil: 3,00.

Herr Jäcker ist nach übereinstimmender meinung ein sehr sympathischer mensch, doch wirkt sich das ja nicht auf die benotung seines Unterrichts aus. Die klasse hatte auch hier zu bemängeln, daß zu wenig verlangt wurde. Das ist viel­leicht aber auch auf die zu wenigen Sportstunden zurückzuführen. Urteil: 2,37.

*) Verzeihung

Schluszstrich, so heißt unsere zeitung, und einen schluß­strich wollten wir auch ziehen und die bilanz der letzten 3 jahre machen. Dabei konnte es schon einmal geschehen, daß bei dieser abrechnung ein hartes oder sogar ein zu hartes wort fiel. Sicher war es aber nicht so bös’ ge­meint, also bitte nicht jedes wort auf die goldwaage le­gen. Selbstverständlich sind ähnlichkeiten mit noch le­benden personen absicht gewesen, aber das braucht ja nicht jeder zu wissen.

Das eingescannte Original der Abschlußzeitung gibt es hier als PDF und hier eine moderne EDV-Version, redaktionell leicht überarbeitet.