
Gäbe es eine statistik, in der die beteiligung der einzelnen schüler im unterricht geführt wird, so liegt mit 100 % sicherheit Siggi weit, weit abgeschlagen auf dem letzten platz. Vielleicht würde er aber auch gar nicht geführt. Doch durch sein 365-tägiges emsiges wühlen pro schuljahr, hat er sich einen platz unter den ersten der klasse erkämpft.
Jedes wort der lehrer ist offenbarung für ihn, folglich wird alles mitgeschrieben, und sei es noch so belanglos. Vielleicht, so spekuliert er, kann mir so eine bemerkung, die mal in der neunten klasse fiel, einen tip geben für das mündliche abitur. So ist das monotone kratzen seines bleistiftes das einzige zeichen seiner anwesenheit während der unterrichtsstunden.
Wieviel hundert hefte werden wohl schon zuhause lagern? Ein problem, das jedem fahrschüler gestellt ist, muß auch Siggi bewältigen. Was soll er bis zur abfahrt des busses tun? Nun, entweder wiederholt er den physikstoff der sekunda, oder er verschafft sich durch regen kinobesuch ein lückenloses sittenbild des 20. jahrhunderts.
Erstaunlich für uns alle bleibt nur die tatsache, daß sich Siggi jede woche einmal von der arbeit losreißt und fußball spielt.