
Da laufe ich doch durch die mediterane sonnenglut der dänischen hauptstadt. – Rechts liegt, links sehen sie – höre ich und spüre, wie die hitze immer unerträglicher wird. Das ist denn doch zuviel von mir verlangt. Immerhin heiße ich Äppi! Also schere ich aus der touristengruppe aus und biege in die nächste nebenstraße ein. Was winken denn nur die pädagogen Ki und Ko? Die denken doch wohl nicht, daß ich umkehre? Nun ja, ein wenig zurücklächeln könnte ich ja. Auch in der klasse habe ich einen platz ganz nahe an der sonne und beeindrucke alle lehrer durch mein auftreten. Dadurch steigere ich gleichzeitig meinen erfolg. Meine worte treffen stets ins schwarze, was meinen gegner oft zu unüberlegtem handeln verleitet. Alles was ich sage, hat scheinbar hand und fuß, auch wenn es nicht zum thema gehört. Mit der pünktlichkeit nehme ich es nicht so genau, jedoch glaube ich, dadurch den betrieb nicht aufzuhalten. Oft gehe ich meine eigenen wege, doch zeugt das nur von einer begrüßenswerten selbstsicherheit. In der sportstunde kann ich meine menschenfreundlichkeit voll zur geltung bringen, denn meine hilfestellung für meine kameraden ist geradezu beispielhaft. Im großen und ganzen läßt mich der unterricht kalt. Hoffentlich kann ich mich als klassenbuchführer dafür einsetzen, daß die börsenzeitung zur pflichtlektüre wird. Als nicht gerade fleißiger kirchgänger schlage ich jedoch drei kreuze, wenn ich das abitur glücklich hinter mich gebracht habe. Mein lebensunterhalt ist sowieso gesichert, denn mein unbewegtes gesicht läßt mich beim poker zu großen gewinnen kommen und außerdem: Wer läßt schon einen solch sympathischen playboy wie mich verhungern?